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PRO VELO Valais/Wallis

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L'association de promotion du cyclisme valaisan

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Velo und ÖV im Wallis: Die Ergebnisse unserer Umfrage

23 März 2026

Das Velo ist ein fantastisches Verkehrsmittel! Gut für die Gesundheit, die Umwelt und den Kopf, angenehm (wenn es vom motorisierten Verkehr getrennt ist) und vieles mehr. Aber (es gibt ja immer ein Aber) bringt es auch einige Einschränkungen mit sich: lange Distanzen und Höhenmeter. Eine manchmal eher geringe Geschwindigkeit sowie eine gewisse körperliche Ermüdung machen längere Strecken und Anstiege wenig attraktiv.

Das Dreamteam

Um dieses Problem zu lösen (das eigentlich gar keines ist, denn die meisten Autofahrten sind kürzer als 5 km und die Mehrheit der Walliser Bevölkerung lebt in der Ebene), gibt es eine einfache Lösung: die Kombination von Velo und ÖV. Wir nennen sie das Dreamteam der nachhaltigen Mobilität!

Auf dem Papier ist es ganz einfach: Man schwingt sich aufs Velo, und nach ein paar Kurven und Pedaltritten steht man schon am Bahnhof – dem Ausgangspunkt eines weit verzweigten öffentlichen Verkehrsnetzes, das einen nahezu überallhin bringt, mühelos und in Begleitung des treuen Begleiters.

So viel zur Theorie … Doch in der Praxis ist es nicht immer einfach, diese beiden Verkehrsmittel zu kombinieren. Nachdem wir einige Rückmeldungen und Beschwerden unserer Mitglieder erhalten hatten – insbesondere seit der Einführung der obligatorischen Veloreservation auf gewissen Buslinien zwischen Mai und Oktober – haben wir beschlossen, eine Umfrage zu starten, um möglichst viele NutzerInnenstimmen zu sammeln. Ziel war es, mehr Klarheit zu gewinnen und den Transportunternehmen konkrete Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Die Umfrage wurde im Juli 2025 in Zusammenarbeit mit Valais Cycling und Pro VTT lanciert. Hier findest du die wichtigsten Erkenntnisse aus den eingegangenen Antworten.

Die Ergebnisse der Umfrage

Die Mehrheit der 140 eingegangenen Antworten betrifft Züge der SBB (80%), der Rest den Postautoverkehr. Die Wege stehen überwiegend im Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten (75%), während 25% auf Alltagswege entfallen. Berücksichtigt man jedoch die Häufigkeit der jeweiligen Wege, ergibt sich ein nahezu gleich grosser Anteil beider Nutzungsarten.

Dieser Service wird von den NutzerInnen sehr geschätzt und als wichtig erachtet. Sie sehen darin eine ausgezeichnete Ergänzung zum Velo, insbesondere bei längeren Strecken oder Routen mit Steigungen. Für manche ermöglicht diese Kombination sogar, auf das Auto zu verzichten. Auch die Dichte des Netzes sowie die Anzahl der Haltestellen der Postautos werden positiv wahrgenommen.

Die SBB-App wird ebenfalls sehr geschätzt, insbesondere wegen der Informationen zur Zugzusammenstellung, die das Verladen der Velos erleichtern. Allerdings treten einige Nutzungsschwierigkeiten auf: die Stornierung einer Reservation, die Buchung einer Velofahrt ohne Ticketkauf (mit Velopass oder Tageskarte), das Maximum von 15 CHF bei separaten Käufen mit Tageskarte sowie die Reservierung von nebeneinanderliegenden Veloplätzen für Gruppen und Familien.

Die SBB-App wird kontinuierlich verbessert. Aktuell ist es möglich, eine Reservation bis 30 Minuten vor Abfahrt zu stornieren. Auch die Buchung eines Veloplatzes ohne Ticketkauf wurde vereinfacht.

Dieser Service wird von der Mehrheit der Befragten als zu teuer empfunden (der Preis eines Veloplatzes entspricht dem Halbtaxpreis eines Tickets). Besonders ärgerlich wirkt dieser Aufpreis, da der Transport von Kinderwagen, sperrigem Gepäck, Tretrollern und sogar in Taschen verpackten Velos kostenlos ist!

Wenn du dein Velo regelmässig in den öffentlichen Verkehr mitnimmst, ist der Velopass eine interessante Lösung. Er kostet 260 CHF pro Jahr und erspart dir den Kauf eines separaten Veloplatz-Tickets für jede Fahrt.

Die SBB geben Tipps, wie du dein Velo kostenlos transportieren kannst: benutze ein Klapprad oder verstaue es in einer Hülle. Anhänger werden kostenlos mitgenommen. In unserer Umfrage spielt die Nutzung einer Hülle nur eine untergeordnete Rolle. Auch PRO VELO Schweiz gibt auf dieser Seite hilfreiche Hinweise.

Die obligatorische Reservation wird negativ bewertet. Für 80% der Befragten ist sie entweder überflüssig oder wird zu häufig verlangt, sowohl bei Zügen als auch bei Bussen. PendlerInnen beurteilen sie noch strenger: 46% halten sie für unnötig, 40% für zu häufig gefordert. Ihr Einheitspreis von 2 CHF erscheint ungerecht, da er nicht von der Länge der Strecke abhängt. Besonders auf kurzen Fahrten wirkt sie daher sehr nachteilig.

Reden wir über diese obligatorische Reservation, die viele Reaktionen hervorruft. Seit 2025 gilt sie im Wallis (wie auch in anderen Kantonen) von Mai bis Oktober auf bestimmten Postautolinien, die als touristisch eingestuft werden, wie zum Beispiel die Strecke von Sitten nach Savièse. Einer unserer Mitglieder nutzt sie regelmässig, um nach der Arbeit mit seinem Velo aus der Ebene zurückzufahren. Das Ergebnis: Bei einem Veloträger, der systematisch leer bleibt, verursacht die obligatorische Reservation einen Mehrpreis von 40 CHF pro Monat (bei 20 Fahrten), was die Kosten für den Velotransport verdreifacht (der monatliche Preis des Velopasses beträgt 22 CHF), ganz zu schweigen von der mühsamen Reservation, die jeden Tag erneut durchgeführt werden muss. Dieser Nutzer hatte die geniale Idee, alle Fahrten, die eine obligatorische und kostenpflichtige Reservation erfordern, fotografisch zu dokumentieren. Wir überlassen es euch, das Resultat zu betrachten – es spricht für sich selbst.

In Bussen ohne obligatorische Veloreservation ist es erlaubt, ein Velo im Inneren des Postautos mitzunehmen, sofern Platz vorhanden ist, wobei Kinderwagen und Rollstühle Vorrang haben. Velos von Kindern bis 6 Jahren können kostenlos und ohne Reservation transportiert werden. Weitere nützliche Informationen zum Velotransport in Postautos findest du auf dieser FAQ-Seite.

Die Zugänglichkeit könnte verbessert werden. Die Anzahl der Plätze wird als leicht unzureichend beurteilt, wobei dieses Problem bei Zügen stärker ausgeprägt ist. Gerade zu den Stosszeiten sind die Velobereiche oft voll und zusätzlich mit verschiedenen Gegenständen belegt. Unter diesen Bedingungen möchten einige NutzerInnen gerne einen Platz für ihr Velo reservieren, was jedoch nicht immer möglich ist, insbesondere in den Regiozügen. Positiv hervorzuheben ist, dass die sogenannten «Velowagen» in den Zügen sehr geschätzt werden, da sie viele Plätze bieten und die Zugänglichkeit verbessert ist.

Bei den Postautos wird die Anzahl verfügbarer Plätze besser bewertet, auch wenn einige es schade finden, dass während und ausserhalb der Wintersaison keine gemischten Racks für Skis und Velos genutzt werden können. Mehrheitlich zeigt die Umfrage jedoch, dass es schwierig ist, ein Velo auf den hinteren Racks der Busse zu befestigen, weil die Haken zu hoch angebracht sind.

Wenn du Mühe hast, dein Velo einzuladen, frag ruhig freundlich einen Mitfahrer/eine Mitfahrerin oder den Chauffeur um Hilfe. Auch wenn er rechtlich nicht verpflichtet ist, gehört es einfach zum guten Umgang, dass er unterstützt. Generell ist es wichtig, gut mit dem Personal zu kommunizieren. Sag dem Chauffeur zum Beispiel Bescheid, wenn du aussteigst und dein Velo wieder holen musst, so bleibst du nicht allein und ohne Velo am Strassenrand stehen!

Die Sicht der Transportunternehmen

Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden an der jährlichen Kommission für öffentlichen Verkehr und Langsamverkehr vorgestellt, die von der Dienststelle für Mobilität des Kantons Wallis organisiert wird. Bei diesem Treffen konnte der Verband öffentlicher Verkehr Wallis (VöV) seine Sicht auf diesen Service darlegen.

Für die Transportunternehmen stellt der Velotransport eine operative Herausforderung dar, mit zahlreichen technischen Einschränkungen – und das glaubt man ihnen gerne! Zudem besteht ein strenger Rahmen in Form von Vorschriften, die von Alliance SwissPass (der Dachorganisation der öffentlichen Verkehrsbetriebe in der Schweiz) erarbeitet werden. So regelt zum Beispiel das Dokument Tarif 600 den Transport von Gepäck, Velos und Tieren.

Während dieser Sitzung haben wir die Postautos gebeten, den Sinn der obligatorischen Reservation auf bestimmten Walliser Linien zu überprüfen. Sie haben sich verpflichtet, dies 2026 zu tun, nach einer einjährigen Beobachtungsphase (nach Einführung dieser Massnahme). Unsere Analyse zeigt nämlich, dass eine obligatorische und systematische Reservation ein Hemmnis für die Entwicklung der kombinierten Mobilität im Alltag darstellt. Hoffen wir also, dass diese Überprüfung erfolgreich ist! Es erscheint uns sinnvoll, die obligatorische Reservation nicht zu verallgemeinern. Auf einigen SBB-Linien ist die Reservation übrigens nur an den Wochenenden verpflichtend.

PRO VELO Schweiz fordert in einer kürzlichen Stellungnahme zur Einführung der obligatorischen Reservation, dass diese Massnahme vorerst nur provisorisch bleibt, bis genügend Veloplätze in den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Verfügung stehen. Unser Dachverband pflegt zudem regelmässigen Kontakt mit verschiedenen Transportunternehmen, darunter die SBB und PostAuto. Letzteres erklärt, dass man insgesamt mit dem neuen, generalisierten Reservationssystem zufrieden ist. Bei der SBB wurde die Entwicklung einer neuen App-Funktion angefragt, die die noch verfügbaren Plätze in den Bussen anzeigt, um Gruppenausflüge besser planen zu können. Darüber hinaus möchte PostAuto den Service verbessern, indem die Kapazität erhöht und die Chauffeure besser im Velotransport geschult werden, insbesondere beim Beladen der Velos.

Unsere Vision der kombinierten Mobilität

Der Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren wird also weitergeführt, sowohl auf kantonaler wie auch auf Bundesebene. Solche gemeinsamen Diskussionen und Überlegungen werden sicher dazu beitragen, den Service weiter zu verbessern, der, wie gesagt, geschätzt wird und für die Veloförderung wichtig ist. Es sei daran erinnert, dass sowohl Kanton als auch Bund sich ehrgeizige Veloziele gesetzt haben. Damit der Service noch effizienter und attraktiver wird, müssen weitere Massnahmen geprüft und diskutiert werden. Da es nicht möglich ist, alle Velos in den ÖV zu transportieren, ist es auch nötig, das Angebot an Velos im freien Verleih sowie gute Veloparkplätze in der Nähe von Haltestellen und Bahnhöfen zu verbessern, wie im Argumentarium von PRO VELO Schweiz dargestellt.

In der Schweiz ist das Intermodalitätspotenzial zwischen Velo und Zug hoch, denn 97% der Bevölkerung wohnen weniger als fünf Kilometer von einem Bahnhof entfernt. Dennoch sind laut SBB im Jahr 2025 nur 12% der Fahrgäste mit dem Velo zum Bahnhof gefahren.

PRO VELO setzt sich weiterhin dafür ein, dass all diese Massnahmen so schnell wie möglich umgesetzt werden, parallel zum Ausbau eines sicheren, durchgehenden und vom Verkehr getrennten Velonetzes, damit dieses Dreamteam des Alltagslangsamverkehrs richtig gut funktioniert! Wenn du unsere Arbeit schätzt, unterstütze uns ruhig und…

… werrde Mitglied !

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