Auch die Walliser Unternehmen spielen eine wichtige Rolle bei der Entwicklung einer nachhaltigeren und aktiveren Mobilität in unserem Kanton. Ein besonders wirksames Instrument dafür ist die Einführung eines betrieblichen Mobilitätskonzepts, wie es von der Dienststelle für Mobilität und von der Walliser Industrie- und Handelskammer empfohlen wird. Diese haben den Leitfaden „Mobilitätsplan für Unternehmen“ veröffentlicht, den wir hier zusammenfassen.

Warum einen Mobilitätsplan einführen?
Weisst du, wie viel ein Parkplatz kostet und wie viel Fläche er beanspricht ?
Ohne Berücksichtigung der Grundstückskosten belaufen sich die Baukosten für einen oberirdischen Parkplatz auf rund 5’000 bis 15’000 CHF. Hinzu kommen jährliche Unterhaltskosten von etwa 100 bis 200 CHF. Einschliesslich Zufahrten benötigt ein Parkplatz eine Fläche von rund 20 bis 25 m².
In den meisten Fällen werden diese Parkplätze den Mitarbeitenden kostenlos zur Verfügung gestellt. Ist es aus Gründen der Fairness gerechtfertigt, einen solchen Vorteil ausschliesslich jenen Mitarbeitenden zu gewähren, die mit dem Auto zur Arbeit kommen?
Die Problematik des motorisierten Individualverkehrs und des Parkierens ist häufig der Ausgangspunkt für die Einführung eines betrieblichen Mobilitätsplans. Ein solcher Plan bringt jedoch weitere positive Effekte mit sich, etwa eine Verbesserung des Wohlbefindens der Mitarbeitenden sowie eine stärkere ökologische Nachhaltigkeit des Unternehmens.

Wie kann man einen Mobilitätsplan umsetzen?
Für die Einführung eines Mobilitätsplans sind mehrere Schritte erforderlich:
- Analyse der aktuellen Mobilitätssituation im Unternehmen
- Festlegung von Mobilitätszielen
- Umsetzung infrastruktureller und organisatorischer Massnahmen
- Monitoring und Bewertung der Auswirkungen dieser Massnahmen
Am besten lässt man sich dabei von einem spezialisierten Büro begleiten.
Infrastrukturelle Massnahmen umfassen insbesondere geeignete Veloabstellplätze, Umkleideräume mit Schliessfächern sowie Duschen.
Organisatorische Massnahmen können viele Formen annehmen. Sie können die Arbeitsorganisation betreffen, Sensibilisierung für nachhaltige Mobilität einschliessen, Subventionen für den öffentlichen Verkehr, Unterstützung für sanfte Mobilitätsformen und Carsharing sowie die Einführung einer restriktiveren Parkpolitik umfassen.
Dieser letzte Punkt ist entscheidend. Um eine nachhaltige Mobilität zu fördern, sollten die Parkplätze begrenzt und kostenpflichtig sein. Ohne solche „Stock“-Massnahmen dürfte ein Mobilitätsplan nur sehr geringe Auswirkungen auf die Unternehmensmobilität haben. Gleichzeitig ermöglichen diese Massnahmen die Finanzierung anderer Anreizmassnahmen, wie beispielsweise Prämien für Mitarbeitende, die nachhaltig unterwegs sind.
Die Förderung sanfter Mobilität im Unternehmen kann zudem durch die Etablierung einer Velokultur innerhalb des Unternehmens unterstützt werden. Warum diese Kultur nicht durch eine „Bike to Work“-Challenge stärken, wie sie von PRO VELO angeboten wird?
Ressourcen
Der Leitfaden „Mobilitätsplan für Unternehmen“, veröffentlicht 2021 von der Dienststelle für Mobilität und der CVCI, bietet einen sehr guten Überblick über Mobilitätspläne, ihre Vorteile und deren Umsetzung, insbesondere im Hinblick auf die zu implementierenden Massnahmen.

