Die Resultate der nationalen Umfrage „Prix Velo Städte“ sind deutlich: Die Stadt Siders belegt den letzten Platz unter den mittelgrossen Städten und gehört auch gesamtschweizerisch zu den Schlusslichtern.
Mit einer Note von 3,4 widerspiegelt das Resultat die Erfahrungen vieler Velofahrender im Alltag: lückenhafte Infrastrukturen, fehlende Verbindungen und ein oft mangelndes Sicherheitsgefühl.
Ein klares Fazit: grosses ungenutztes Potenzial
Obwohl das Bewusstsein für die Bedeutung des Veloverkehrs wächst, hat sich das Velo im Wallis als Alltagsverkehrsmittel noch nicht durchgesetzt. Gleichzeitig zeigt die Umfrage, dass das Interesse und die Nachfrage vorhanden sind.
Eine wichtige Erkenntnis bleibt: Nur mit sicheren, durchgehenden und gut geplanten Infrastrukturen kann der Veloverkehr nachhaltig wachsen.
Hinweis
Die Oberwalliser Städte erscheinen nicht im Ranking, da nicht genügend Stimmen gesammelt wurden, um in die Auswertung aufgenommen zu werden.
Eine konkrete Antwort: eine Volksinitiative
Als Reaktion auf diese Situation wird in Siders eine kommunale Volksinitiative «Für ein sicheres Velonetz» lanciert.
Sie verlangt von der Stadt die Ausarbeitung eines Reglements zur Förderung der aktiven Mobilität mit drei zentralen Elementen:
- Eine aktualisierte Velostrategie mit dem Ziel, den Veloverkehr bis 2040 auf 15 % aller Wege zu erhöhen
- Die Planung eines zusammenhängenden Velonetzes bis 2030, das Quartiere mit wichtigen Alltagszielen sicher und direkt verbindet
- Die Schaffung einer technischen Arbeitsgruppe, in der Behörden, Fachstellen und Nutzerorganisationen vertreten sind
Ziel ist es, von einzelnen Massnahmen zu einer koordinierten Gesamtstrategie überzugehen – mit klaren Zielen und verbindlicher Umsetzung.
Vergleich: Sitten und Martinach
Ein Blick auf andere Walliser Städte zeigt unterschiedliche Entwicklungen:
In Sitten ist eine deutliche Verbesserung erkennbar. Die Stadt konnte sich im Ranking klar steigern – ein Hinweis darauf, dass gezielte Massnahmen und politischer Wille Wirkung zeigen.
Martinach hingegen fällt im Ranking zurück und befindet sich am Ende der Tabelle der kleineren Städte. Dies zeigt, dass fehlende Kontinuität in der Velopolitik zu Rückschritten führen kann.
Diese Beispiele machen deutlich: Die Qualität der Infrastruktur und die politischen Entscheidungen haben einen direkten Einfluss auf die Velonutzung.
Jetzt handeln
Für Siders ist die Ausgangslage klar: Der Handlungsbedarf ist ausgewiesen – und die Grundlagen für Verbesserungen sind vorhanden.
Die Förderung des Velos bringt zahlreiche Vorteile: weniger Verkehr, mehr Lebensqualität, höhere Sicherheit und eine attraktivere Stadt.
Das aktuelle Ranking ist daher keine Endstation, sondern ein Ausgangspunkt. Die Volksinitiative «Für ein sicheres Velonetz» bietet den nötigen Rahmen, um diesen Wandel konkret anzugehen.


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