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PRO VELO Valais/Wallis

PRO VELO Valais/Wallis

L'association de promotion du cyclisme valaisan

Aktuelle Seite: Start / Archiv für Verkehr

Verkehr

Velo und ÖV im Wallis: Die Ergebnisse unserer Umfrage

23 März 2026

Das Velo ist ein fantastisches Verkehrsmittel! Gut für die Gesundheit, die Umwelt und den Kopf, angenehm (wenn es vom motorisierten Verkehr getrennt ist) und vieles mehr. Aber (es gibt ja immer ein Aber) bringt es auch einige Einschränkungen mit sich: lange Distanzen und Höhenmeter. Eine manchmal eher geringe Geschwindigkeit sowie eine gewisse körperliche Ermüdung machen längere Strecken und Anstiege wenig attraktiv.

Das Dreamteam

Um dieses Problem zu lösen (das eigentlich gar keines ist, denn die meisten Autofahrten sind kürzer als 5 km und die Mehrheit der Walliser Bevölkerung lebt in der Ebene), gibt es eine einfache Lösung: die Kombination von Velo und ÖV. Wir nennen sie das Dreamteam der nachhaltigen Mobilität!

Auf dem Papier ist es ganz einfach: Man schwingt sich aufs Velo, und nach ein paar Kurven und Pedaltritten steht man schon am Bahnhof – dem Ausgangspunkt eines weit verzweigten öffentlichen Verkehrsnetzes, das einen nahezu überallhin bringt, mühelos und in Begleitung des treuen Begleiters.

So viel zur Theorie … Doch in der Praxis ist es nicht immer einfach, diese beiden Verkehrsmittel zu kombinieren. Nachdem wir einige Rückmeldungen und Beschwerden unserer Mitglieder erhalten hatten – insbesondere seit der Einführung der obligatorischen Veloreservation auf gewissen Buslinien zwischen Mai und Oktober – haben wir beschlossen, eine Umfrage zu starten, um möglichst viele NutzerInnenstimmen zu sammeln. Ziel war es, mehr Klarheit zu gewinnen und den Transportunternehmen konkrete Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Die Umfrage wurde im Juli 2025 in Zusammenarbeit mit Valais Cycling und Pro VTT lanciert. Hier findest du die wichtigsten Erkenntnisse aus den eingegangenen Antworten.

Die Ergebnisse der Umfrage

Die Mehrheit der 140 eingegangenen Antworten betrifft Züge der SBB (80%), der Rest den Postautoverkehr. Die Wege stehen überwiegend im Zusammenhang mit Freizeitaktivitäten (75%), während 25% auf Alltagswege entfallen. Berücksichtigt man jedoch die Häufigkeit der jeweiligen Wege, ergibt sich ein nahezu gleich grosser Anteil beider Nutzungsarten.

Dieser Service wird von den NutzerInnen sehr geschätzt und als wichtig erachtet. Sie sehen darin eine ausgezeichnete Ergänzung zum Velo, insbesondere bei längeren Strecken oder Routen mit Steigungen. Für manche ermöglicht diese Kombination sogar, auf das Auto zu verzichten. Auch die Dichte des Netzes sowie die Anzahl der Haltestellen der Postautos werden positiv wahrgenommen.

Die SBB-App wird ebenfalls sehr geschätzt, insbesondere wegen der Informationen zur Zugzusammenstellung, die das Verladen der Velos erleichtern. Allerdings treten einige Nutzungsschwierigkeiten auf: die Stornierung einer Reservation, die Buchung einer Velofahrt ohne Ticketkauf (mit Velopass oder Tageskarte), das Maximum von 15 CHF bei separaten Käufen mit Tageskarte sowie die Reservierung von nebeneinanderliegenden Veloplätzen für Gruppen und Familien.

Die SBB-App wird kontinuierlich verbessert. Aktuell ist es möglich, eine Reservation bis 30 Minuten vor Abfahrt zu stornieren. Auch die Buchung eines Veloplatzes ohne Ticketkauf wurde vereinfacht.

Dieser Service wird von der Mehrheit der Befragten als zu teuer empfunden (der Preis eines Veloplatzes entspricht dem Halbtaxpreis eines Tickets). Besonders ärgerlich wirkt dieser Aufpreis, da der Transport von Kinderwagen, sperrigem Gepäck, Tretrollern und sogar in Taschen verpackten Velos kostenlos ist!

Wenn du dein Velo regelmässig in den öffentlichen Verkehr mitnimmst, ist der Velopass eine interessante Lösung. Er kostet 260 CHF pro Jahr und erspart dir den Kauf eines separaten Veloplatz-Tickets für jede Fahrt.

Die SBB geben Tipps, wie du dein Velo kostenlos transportieren kannst: benutze ein Klapprad oder verstaue es in einer Hülle. Anhänger werden kostenlos mitgenommen. In unserer Umfrage spielt die Nutzung einer Hülle nur eine untergeordnete Rolle. Auch PRO VELO Schweiz gibt auf dieser Seite hilfreiche Hinweise.

Die obligatorische Reservation wird negativ bewertet. Für 80% der Befragten ist sie entweder überflüssig oder wird zu häufig verlangt, sowohl bei Zügen als auch bei Bussen. PendlerInnen beurteilen sie noch strenger: 46% halten sie für unnötig, 40% für zu häufig gefordert. Ihr Einheitspreis von 2 CHF erscheint ungerecht, da er nicht von der Länge der Strecke abhängt. Besonders auf kurzen Fahrten wirkt sie daher sehr nachteilig.

Reden wir über diese obligatorische Reservation, die viele Reaktionen hervorruft. Seit 2025 gilt sie im Wallis (wie auch in anderen Kantonen) von Mai bis Oktober auf bestimmten Postautolinien, die als touristisch eingestuft werden, wie zum Beispiel die Strecke von Sitten nach Savièse. Einer unserer Mitglieder nutzt sie regelmässig, um nach der Arbeit mit seinem Velo aus der Ebene zurückzufahren. Das Ergebnis: Bei einem Veloträger, der systematisch leer bleibt, verursacht die obligatorische Reservation einen Mehrpreis von 40 CHF pro Monat (bei 20 Fahrten), was die Kosten für den Velotransport verdreifacht (der monatliche Preis des Velopasses beträgt 22 CHF), ganz zu schweigen von der mühsamen Reservation, die jeden Tag erneut durchgeführt werden muss. Dieser Nutzer hatte die geniale Idee, alle Fahrten, die eine obligatorische und kostenpflichtige Reservation erfordern, fotografisch zu dokumentieren. Wir überlassen es euch, das Resultat zu betrachten – es spricht für sich selbst.

In Bussen ohne obligatorische Veloreservation ist es erlaubt, ein Velo im Inneren des Postautos mitzunehmen, sofern Platz vorhanden ist, wobei Kinderwagen und Rollstühle Vorrang haben. Velos von Kindern bis 6 Jahren können kostenlos und ohne Reservation transportiert werden. Weitere nützliche Informationen zum Velotransport in Postautos findest du auf dieser FAQ-Seite.

Die Zugänglichkeit könnte verbessert werden. Die Anzahl der Plätze wird als leicht unzureichend beurteilt, wobei dieses Problem bei Zügen stärker ausgeprägt ist. Gerade zu den Stosszeiten sind die Velobereiche oft voll und zusätzlich mit verschiedenen Gegenständen belegt. Unter diesen Bedingungen möchten einige NutzerInnen gerne einen Platz für ihr Velo reservieren, was jedoch nicht immer möglich ist, insbesondere in den Regiozügen. Positiv hervorzuheben ist, dass die sogenannten «Velowagen» in den Zügen sehr geschätzt werden, da sie viele Plätze bieten und die Zugänglichkeit verbessert ist.

Bei den Postautos wird die Anzahl verfügbarer Plätze besser bewertet, auch wenn einige es schade finden, dass während und ausserhalb der Wintersaison keine gemischten Racks für Skis und Velos genutzt werden können. Mehrheitlich zeigt die Umfrage jedoch, dass es schwierig ist, ein Velo auf den hinteren Racks der Busse zu befestigen, weil die Haken zu hoch angebracht sind.

Wenn du Mühe hast, dein Velo einzuladen, frag ruhig freundlich einen Mitfahrer/eine Mitfahrerin oder den Chauffeur um Hilfe. Auch wenn er rechtlich nicht verpflichtet ist, gehört es einfach zum guten Umgang, dass er unterstützt. Generell ist es wichtig, gut mit dem Personal zu kommunizieren. Sag dem Chauffeur zum Beispiel Bescheid, wenn du aussteigst und dein Velo wieder holen musst, so bleibst du nicht allein und ohne Velo am Strassenrand stehen!

Die Sicht der Transportunternehmen

Die Ergebnisse dieser Umfrage wurden an der jährlichen Kommission für öffentlichen Verkehr und Langsamverkehr vorgestellt, die von der Dienststelle für Mobilität des Kantons Wallis organisiert wird. Bei diesem Treffen konnte der Verband öffentlicher Verkehr Wallis (VöV) seine Sicht auf diesen Service darlegen.

Für die Transportunternehmen stellt der Velotransport eine operative Herausforderung dar, mit zahlreichen technischen Einschränkungen – und das glaubt man ihnen gerne! Zudem besteht ein strenger Rahmen in Form von Vorschriften, die von Alliance SwissPass (der Dachorganisation der öffentlichen Verkehrsbetriebe in der Schweiz) erarbeitet werden. So regelt zum Beispiel das Dokument Tarif 600 den Transport von Gepäck, Velos und Tieren.

Während dieser Sitzung haben wir die Postautos gebeten, den Sinn der obligatorischen Reservation auf bestimmten Walliser Linien zu überprüfen. Sie haben sich verpflichtet, dies 2026 zu tun, nach einer einjährigen Beobachtungsphase (nach Einführung dieser Massnahme). Unsere Analyse zeigt nämlich, dass eine obligatorische und systematische Reservation ein Hemmnis für die Entwicklung der kombinierten Mobilität im Alltag darstellt. Hoffen wir also, dass diese Überprüfung erfolgreich ist! Es erscheint uns sinnvoll, die obligatorische Reservation nicht zu verallgemeinern. Auf einigen SBB-Linien ist die Reservation übrigens nur an den Wochenenden verpflichtend.

PRO VELO Schweiz fordert in einer kürzlichen Stellungnahme zur Einführung der obligatorischen Reservation, dass diese Massnahme vorerst nur provisorisch bleibt, bis genügend Veloplätze in den öffentlichen Verkehrsmitteln zur Verfügung stehen. Unser Dachverband pflegt zudem regelmässigen Kontakt mit verschiedenen Transportunternehmen, darunter die SBB und PostAuto. Letzteres erklärt, dass man insgesamt mit dem neuen, generalisierten Reservationssystem zufrieden ist. Bei der SBB wurde die Entwicklung einer neuen App-Funktion angefragt, die die noch verfügbaren Plätze in den Bussen anzeigt, um Gruppenausflüge besser planen zu können. Darüber hinaus möchte PostAuto den Service verbessern, indem die Kapazität erhöht und die Chauffeure besser im Velotransport geschult werden, insbesondere beim Beladen der Velos.

Unsere Vision der kombinierten Mobilität

Der Dialog zwischen den verschiedenen Akteuren wird also weitergeführt, sowohl auf kantonaler wie auch auf Bundesebene. Solche gemeinsamen Diskussionen und Überlegungen werden sicher dazu beitragen, den Service weiter zu verbessern, der, wie gesagt, geschätzt wird und für die Veloförderung wichtig ist. Es sei daran erinnert, dass sowohl Kanton als auch Bund sich ehrgeizige Veloziele gesetzt haben. Damit der Service noch effizienter und attraktiver wird, müssen weitere Massnahmen geprüft und diskutiert werden. Da es nicht möglich ist, alle Velos in den ÖV zu transportieren, ist es auch nötig, das Angebot an Velos im freien Verleih sowie gute Veloparkplätze in der Nähe von Haltestellen und Bahnhöfen zu verbessern, wie im Argumentarium von PRO VELO Schweiz dargestellt.

In der Schweiz ist das Intermodalitätspotenzial zwischen Velo und Zug hoch, denn 97% der Bevölkerung wohnen weniger als fünf Kilometer von einem Bahnhof entfernt. Dennoch sind laut SBB im Jahr 2025 nur 12% der Fahrgäste mit dem Velo zum Bahnhof gefahren.

PRO VELO setzt sich weiterhin dafür ein, dass all diese Massnahmen so schnell wie möglich umgesetzt werden, parallel zum Ausbau eines sicheren, durchgehenden und vom Verkehr getrennten Velonetzes, damit dieses Dreamteam des Alltagslangsamverkehrs richtig gut funktioniert! Wenn du unsere Arbeit schätzt, unterstütze uns ruhig und…

… werrde Mitglied !

Die neuen SBB-Züge – ein Erfolg für PRO VELO!

17 November 2024

Multimodalität – eine grosse Herausforderung

In der Politik wird immer wieder betont, dass die Verkehrsmittel nicht gegeneinander ausgespielt werden dürfen und die Multimodalität gefördert werden muss. Diese lobenswerte Vision ist bislang jedoch noch nicht in die Tat umgesetzt worden.

Um Multimodalität zu verwirklichen, ist ein strategischer und kooperativer Ansatz erforderlich, der unter anderem Folgendes umfasst:

  • Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur: Schaffung effizienter Verbindungspunkte zwischen den verschiedenen Verkehrsmitteln
  • Förderung des öffentlichen Verkehrs: Anpassung der Frequenzen, einheitlichere Tarife
  • Förderung der Alltagslangsamverkehrs: Schaffung von Velowegen und Fussgängerzonen, Förderung von Bikesharing
  • Zusammenarbeit mit dem Privatsektor: Car-Sharing-Lösungen
  • Technologische Innovation: Förderung der intelligenten Mobilität

So viele Aufgaben, die es in unserem Kanton zu erfüllen und zu perfektionieren gilt.

Ein Erfolgsbeispiel: die neuen Züge der RegionAlps

Vor fünf Jahren, am 11. November 2019, traf sich die technische Abteilung unseres Vereins mit der Direktion von RégionAlps, einem Eisenbahnverkehrsunternehmen, das die Regionalzüge im Wallis betreibt. Ziel war es, die Vision des Unternehmens in Bezug auf den Velotransport sowie die für 2026 geplanten neuen Züge zu erörtern.

Fazit n°1: Die aktuelle Politik der SBB wird sich nicht ändern. Aus Kapazitätsgründen setzen die SBB und RegionAlps vor allem auf die Deponierung der Fahrräder in den Bahnhöfen und nicht auf den Transport der Fahrräder in ihren Zügen. Zu diesem Zweck fördern und unterstützen sie die Schaffung von sicheren und überdachten Velostationen.

Fazit n°2: Die 24 neuen Züge von RégionAlps werden mehr Veloplätze enthalten als ursprünglich geplant.


Als die Ausschreibung für die neuen Züge veröffentlicht wurde, kontaktierten Vertreter von PRO VELO und Kargobike das Unternehmen RegionAlps, um das Pflichtenheft und die Anforderungen näher anzuschauen. Einige Monate später wurden wir eingeladen, an einer Arbeitsgruppe für multimodale Anforderungen teilzunehmen.

Nach zwei Nachmittagen Arbeitssitzungen und der Übermittlung der Bedürfnisse von Velofahrern und Velokurieren wurden 18 Sitzplätze gestrichen, um die multimodale Zone zu vergrössern. Ein Erfolg für die Velowelt!

Zur Medienmitteilung der SBB
Zum Artikel im WB



Mach auch du mit !

Ich helfe gerne in der Abteilung Technik & Terrain mit


und dü wirsch gseh, wier sii cool !

Was ist Motonormativität?

29 Juli 2024

Der motorisierte Individualverkehr bringt zahlreiche negative Folgen für unsere Gesundheit, unsere Sicherheit und die Qualität unserer Umwelt mit sich. All diese Fakten sind eindeutig belegt und dokumentiert. Doch selbst wenn alternative Mobilitätsformen leicht entwickelt werden könnten, um den motorisierten Verkehr zu verringern (und ja, wir denken hier ans Velo), wird das Auto weiterhin leidenschaftlich verteidigt, und zwar auf allen Ebenen, von der Politik bis hin zum einfachen Bürger, selbst wenn er nicht Auto fährt!

Eine Feststellung, die wir bei PRO VELO Valais/Wallis teilen. Das Mobilitätssystem zu ändern, um es für das Velo attraktiver zu machen, ist eine unglaublich schwierige Veränderung, und zwar sobald die motorisierte individuelle Mobilität betroffen ist.

  • Sie sagen uns, dass es in dieser Strasse Platz für einen Zweirichtungsveloweg gibt? Ich sehe keinen.
  • Ja, die Strasse ist sehr breit und es würde genügen, eine Reihe von Parkplätzen zu entfernen.
  • Mein Gott, das ist unvorstellbar!

(wahrheitsgemässer Dialog)

Wessen Schuld ist das? An der MOTONORMATIVITÄT!

In den Städten ist der weitaus grösste Teil des öffentlichen Raums dem motorisierten Verkehr vorbehalten.

Was ist Motonormativität?

Aber was bedeutet dieser etwas barbarische Begriff? Vorsicht, Definition! Motonormativität beschreibt die kognitiven Verzerrungen, denen wir (fast) alle zum Opfer fallen. Diese Verzerrungen bestehen darin, dass wir das Auto als vorrangiges Verkehrsmittel definieren und die daraus resultierenden negativen Folgen akzeptieren, während dieselben Folgen in anderen Bereichen nicht akzeptabel sind.

Hier sind einige Beispiele, um dieses Phänomen zu veranschaulichen, die aus einer Umfrage unter 2000 Personen in Grossbritannien stammen:

Wenn jemand seine persönlichen Gegenstände auf der Strasse liegen lässt und sie gestohlen werden, ist er selbst schuld und die Polizei sollte nichts unternehmen. 40% der Befragten stimmten dieser Aussage zu.

Nun ändern wir die Frage leicht ab, indem wir die Art des gestohlenen persönlichen Effekts angeben.

Wenn jemand sein Auto auf der Strasse stehen lässt und es gestohlen wird, ist er selbst schuld und die Polizei sollte nichts unternehmen. Hier fällt der Anteil der Befragten, die dieser Aussage zustimmen, auf 5%! Rational gesehen handelt es sich jedoch um die gleiche Frage, da das Auto ein spezifischer Fall eines persönlichen Gegenstands ist.

Zwei weitere Beispiele aus dieser Studie sind interessant:

Das Risiko ist ein integraler Bestandteil [des Fahrens/Arbeitens], und jeder, der [fährt/arbeitet], muss die Tatsache akzeptieren, dass er schwer verletzt werden kann. Anteil der Befragten, die zustimmen: 61 % für die Autovariante, 31 % für die Arbeitsvariante.

Man sollte in dicht besiedelten Gebieten nicht [Auto fahren/rauchen] oder andere Menschen sollten den Rauch von [Autos/Zigaretten] einatmen. Anteil der Befragten, die zustimmen: 17% für die Auto-Variante, 75% für die Zigaretten-Variante.

Mit zweierlei Mass messen

Daher akzeptieren viele Leute eher schädliche Folgen, selbst sehr schwere, wenn diese vom motorisierten Individualverkehr herrühren. Eine direkte Folge der Motonormativität ist die Art und Weise, wie Verkehrsunfälle betrachtet werden. Sie werden ähnlich wie das Wetter behandelt. Niemand ist wirklich dafür verantwortlich, wir müssen diese Ereignisse einfach als unvermeidliche Zufälle akzeptieren, als Schicksal, gegen das niemand etwas tun kann.

Leute akzeptieren also eher schädliche Folgen, selbst sehr schwere, wenn diese vom motorisierten Individualverkehr herrühren

Motonormativität

Wenn hingegen ein Velofahrer oder eine Velofahrerin in einen Unfall verwickelt ist, wird systematisch die Frage gestellt, was die Opfer getragen haben (Helm, sichtbare Kleidung usw.), ohne jemals über die Ursachen nachzudenken, die zu einem Konflikt zwischen zwei unterschiedlichen Mobilitätsarten geführt haben, von denen eine sehr verletzlich ist (wie z. B. unangemessene Einrichtungen).

Ein weiteres Beispiel für Motonormativität, das Velofahrenden nur allzu vertraut ist: Zwar zeigen die Daten, dass sowohl Velofahrende als auch Autofahrende in ähnlichem Ausmass gegen Verkehrsregeln verstossen. Doch während bereits der kleinste Regelverstoss einer Radfahrerin oder eines Radfahrers vielerorts lautstark als „Skandal“ verurteilt wird – wie zahlreiche Online-Kommentare belegen –, bleibt oft unbeachtet, dass solche Verstösse häufig aus einem Bedürfnis nach Sicherheit angesichts unzureichender Infrastruktur entstehen. Umgekehrt gilt das regelwidrige Verhalten von Autofahrenden – meist, um ein paar Sekunden Zeit zu sparen – in der Gesellschaft weitgehend als akzeptabel.

Auswirkungen auf unsere Infrastruktur

Doch diese Denkweise hat auch im realen Leben unangenehme Folgen – insbesondere in der Art und Weise, wie der öffentliche Raum gestaltet wird. Denn alles muss darauf ausgerichtet sein, den Autoverkehr zu erleichtern, da das Auto als bevorzugtes Verkehrsmittel gilt.

An Kreuzungen sind die Strassenecken häufig abgerundet, um das Abbiegen für Autofahrende zu erleichtern. Sie können dadurch mit höherer Geschwindigkeit abbiegen und sparen – vermeintlich – ein paar wertvolle Sekunden. Für Fussgängerinnen und Fussgänger bedeutet das jedoch: Sie sind schnelleren Fahrzeugen ausgesetzt und der Fussgängerstreifen – also die Gefahrenzone – wird durch die verlängerte Querung zusätzlich vergrössert (wenn Sie Mühe haben, sich das vorzustellen: Das untenstehende Bild hilft!).

Zwar kann man den Fussgängerstreifen vom Kreuzungsbereich wegrücken, sodass er im nicht verbreiterten Abschnitt der Strasse liegt. Doch auch dann ist der Fussverkehr benachteiligt: Der Umweg verlängert die Strecke, macht das Gehen weniger attraktiv – alles zugunsten des Komforts für Autofahrende.

Um die Wege der Autofahrer zu erleichtern, wird in Sitten der Weg einer Fussgängerin oder eines Fussgängers, der die Route des Parties-Neuves entlang der Route des Ronquoz überqueren will, verlängert. Man muss einen Zebrastreifen überqueren, der länger als die Strassenbreite ist, und riskiert dabei, auf schneller fahrende Autos zu treffen. Auch für Velofahrende die auf dem Veloweg fahren, ist das Risiko grösser, da der rote (risikoreiche) Teil verlängert wird.

Dieses Beispiel mag auf den ersten Blick nebensächlich wirken. Doch wenn man den öffentlichen Raum durch die Linse der Motonormativität betrachtet, erkennt man zahlreiche weitere Beispiele, die zeigen: Unsere Strassen werden meist in erster Linie für Autos geplant – und nur dann, wenn noch Platz bleibt, für andere Verkehrsformen und Aktivitäten. Besonders deutlich wird das an Stellen, an denen die Fahrbahn schmaler wird: Dort verschwinden Rad- und Fusswege fast immer zuerst – als Folge motonormativer Planungsnormen –, obwohl gerade an solchen Engstellen die schwächeren VerkehrsteilnehmerInnen am meisten gefährdet sind.

Das hat spürbare Folgen für die Mobilität der Menschen: Alle Fortbewegungsmittel ausser dem Auto werden benachteiligt und unattraktiver gemacht. Das wiederum ermutigt viele, sich doch fürs Auto zu entscheiden – schliesslich ist die Infrastruktur ganz darauf ausgerichtet. So fühlen sich Planer und Entscheidungsträger in ihrem Ansatz bestätigt. Auf diese Weise erhält sich die Motonormativität selbst – und wird immer weiter gefestigt.

Once you see it, you can’t unsee it

Die gute Nachricht ist: Genau das beginnt sich gerade zu ändern! Erinnern Sie sich an das erste Bild – die Strasse voller Autos? Tatsächlich ist es schon etwas älter. Es zeigt die Rue de Rivoli in Paris. Und heute? Heute sieht sie ganz anders aus:


Auch in der Schweiz und im Wallis vollzieht sich ein Wandel – langsam, aber sicher – hin zu weniger Motonormativität. Gesetze und Strategien werden eingeführt, um das Velo als Verkehrsmittel anzuerkennen und zu fördern. Doch der Fortschritt verläuft weiterhin schleppend – wie Sie sich denken können: wegen der hartnäckigen Motonormativität.

Zum Glück ist es, sobald man sich dieses Denkmusters einmal bewusst wird, relativ einfach, es zu hinterfragen und zu überwinden. Und hat man es einmal erkannt, wird man es nicht mehr so leicht los“

Mehr zu diesem Thema :

Video “Carspiracy – You’ll Never See The World The Same Way Again” durch Global Cycling Network (auf Englisch) : https://youtu.be/-_4GZnGl55c?si=x0lRCdpU84E1GFl4

Video “Motonormativity: A blind spot we all share”, durch die UNi Lausanne ((auf Englisch) : https://youtu.be/FnhQUJQgf7Y?si=AbAnwOmcfw_A3jd0


UNSER ENGAGEMENT IST EHRENAMTLICH

UNSERE WIRKUNG IST KANTONAL

WERDE MITGLIED VON PRO VELO WALLIS ¨!

et tu verras, on est cool!

Modalsplit : das Wallis ist letzer!

29 Dezember 2023

Die neuesten OUVEMA-Zahlen zum Modalsplit des Veloverkehrs sind da: Das Wallis belegt zusammen mit dem Kanton Neuenburg den letzten Platz. Unsere Analyse.


Der Modalanteil des Veloverkehrs ist in der Schweiz gestiegen

Während der durchschnittliche Modalsplit auf nationaler Ebene bei der letzten Erhebung im Jahr 2015 6.9% betrug, ist er bis 2021 auf 7.9% gestiegen. Dieser Anstieg ist zwar weit von den 30% in den Niederlanden entfernt, zeigt aber dennoch einen positiven Trend.

Dafür gibt es zwei Haupterklärungen:

  • Die grossen Städte haben ihre Politik des Langsamverkehrs verstärkt und haben daher einen starken Einfluss auf die Zahlen in den jeweiligen Kantonen. So kommt beispielsweise Basel auf 21%, Bern auf 19% und Winterthur auf 16%;
  • Die Corona-Periode hat auf politischer Ebene ein Bewusstsein geschaffen, und viele Kantone haben ihre Strategien perfektioniert und neue Infrastrukturen geschaffen. Genf zum Beispiel nutzte den Lockdown, um temporäre Velowege zu bauen, die später dauerhaft eingerichtet wurden. Im Wallis wurde (trotz des Aufrufs von PRO VELO) nichts unternommen.
Beispiel unseres Aufrufs im Jahr 2020 für temporäre Velowege

Der Velo-Röschtigraben

Ein markanter Unterschied besteht zwischen dem Modalsplit in den deutschsprachigen Kantonen, der 9.6% beträgt, und dem in der lateinischen Schweiz, der nur 4.2% erreicht. Ist das Fahrrad ein germanisches Verkehrsmittel?

Dennoch gehen einige Städte in der Romandie mit gutem Beispiel voran. Die erste Stadt in der Romandie ist Genf mit einem Anteil von 8.4%, während Lausanne mit 4.4% (0.8% im Jahr 2010) einen deutlichen Anstieg verzeichnet.

Das Wallis auf dem letzten Platz

Das Wallis ist es gewohnt, zu den Schlusslichtern zu gehören: Fussball, Autobahnbau oder wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit – es gibt für jeden etwas.

Leider ist der Alltagslangsamverkehr keine Ausnahme: Der Anteil der mit dem Fahrrad zurückgelegten Wege liegt in unserem Kanton bei enttäuschenden 2.6%, was uns auf den letzten Platz der Rangliste bringt, gleichauf mit Neuenburg.

Obwohl ein Vergleich zwischen den Kantonen aufgrund der unterschiedlichen Physiognomien schwierig ist, ist es auffällig, dass Kantone mit einer ähnlichen Topographie wie das Wallis einen viel höheren Modalsplit aufweisen, wie Uri (10.1%) oder Graubünden (8.8%).

Die Erklärung: der politische Wille

Die einzige Erklärung für dieses schlechte Abschneiden ist der fehlende politische Wille im Wallis. Obwohl sich einige Gemeinden der Bedeutung des Langsamverkehrs bewusst geworden sind, wird dieser von vielen politischen Entscheidungsträgern immer noch als Sonntagsvergnügen zwischen Messe und Apero wahrgenommen.

Mehr als eine Frage der Sprache oder Kultur ist es eine Frage des politischen Willens

Patrick Rérat, Professor an der Uni Lausanne und Co-Direktor des Forschungszentrums OUVEMA

Dieser Röschtigraben spiegelt also eine viel stärkere politische Anstrengung fürs Fahrrad in den deutschsprachigen Kantonen wider: Die Reduzierung des Autoverkehrs wurde früher in Angriff genommen, zugunsten einer sicheren und durchgängigen Infrastruktur.

Und das zahlt sich aus. In Basel-Stadt werden mehr Fahrten mit dem Velo als mit dem Auto zurückgelegt, was die Legitimität des Velos im Alltagsverkehr beweist.

Letzter zu sein ist kein Schicksal!

Die Bilanz ist hart, aber die Zukunft kann einen ganz anderen Weg einschlagen. Entgegen mancher Vorurteile muss eine „Fahrradkultur“ geschaffen, geschmiedet und geprägt werden.

Amsterdam, in den 70er Jahren

Städte, die heute velofreundlich sind (wie Amsterdam, Utrecht, Kopenhagen oder Paris), sind dies nur, weil sie in der Vergangenheit eine mutige Verkehrspolitik und ehrgeizige Strategien verfolgten.

So waren diese Städte mit hohem Radverkehrsanteil damals genauso motorisiert wie unsere Walliser Städte heute. Im Wallis ist nun ein Mentalitätswechsel nötig, um diesen Rückstand aufzuholen.

Der Appell von PRO VELO Valais/Wallis

Aufgrund dieser Feststellung und im Rahmen der Beratungen über das kantonale Budget im Dezember 2023 hat PRO VELO Valais/Wallis die 130 Abgeordneten und 130 Suppleanten des Grossrates kontaktiert, um sie aufzufordern, das Budget für den Strassenbau nicht zu kürzen.

Denn ja, der aktuelle Zustand ist alarmierend: Die Investitionsmittel werden von 114 Millionen im Jahr 2023 auf 52 Millionen ab 2025 sinken, genau dann, wann gerade Mittel für den Langsamverkehr notwendig wären.

Brief an den Grossrat
Medienmitteilung


Die lang ersehnte kantonale Strategie, die in unserer kantonalen Velo-Initiative explizit gefordert wurde, könnte somit aufgrund fehlender Mittel nie realisiert werden.

Wäre es in Zeiten leerer Kassen nicht sinnvoll, in den Langsamverkehr zu investieren? Die Förderung des Radverkehrs ermöglicht erhebliche Einsparungen, sowohl direkt (Infrastrukturkosten) als auch indirekt (Gesundheitskosten), im Vergleich zu einem Verkehrssystem, das quasi exklusiv auf den motorisierten Verkehr setzt.

Die Letzten werden die Ersten sein … wagen wir das Sprichwort und pushen wir weiter!

Radfahren in öffentlichen Verkehrsmitteln

20 Januar 2021

vélo-transport

Bevor Sie mit dem Fahrrad in öffentlichen Verkehrsmitteln reisen, sollten Sie sich die Geschäftsbedingungen der einzelnen Transportunternehmen ansehen. Es kann Änderungen zwischen verschiedenen Unternehmen geben. 

Bei der SBB müssen Sie in der Regel keinen Platz für Ihr Fahrrad reservieren. In IC-, EC-, ICE- und RJX-Zügen ist zwischen dem 21. März und 31. Oktober eine Reservierung erforderlich. Züge, die eine Reservierung erfordern, sind im Fahrplan mit dem Symbol „Fahrradreservierung“ gekennzeichnet.

Weitere Informationen finden Sie hier !

Im Fall von PostAuto hängt dies auch von den Buslinien ab. Es kann eine obligatorische Reservierung vorliegen. Wenn dies der Fall ist, wird dies durch ein kleines Piktogramm neben dem entsprechenden Fahrplan angezeigt.

Weiter Informationen finden Sie hier !

Sie sollten auch prüfen, ob Sie ein Ticket für den Transport Ihres Fahrrads bezahlen müssen, was häufig der Fall ist. 

Was die anderen Transportunternehmen betrifft, so folgen sie oft den SBB und PostAuto, aber eine Vorabkontrolle ist ratsam. 

Debons Guérin

Kinder auf Fahrrädern in öffentlichen Verkehrsmitteln

20 Januar 2021

Transport avec un vélo

Erwachsene, die in PostAuto- und SBB-Zügen reisen, müssen für ihr Fahrrad ein zusätzliches Billett bezahlen. Kinder zwischen 6 und 16 Jahren können jedoch kostenlos befördert werden, wenn sie von ihren Eltern begleitet werden und eine der folgenden Dauerkarten besitzen: 

  • Junior-Karte.
  • Karte „Begleitetes Kind“ (mit der Karte „Begleitetes Kind“ kann das Kind von einer Person über 16 Jahren, die nicht ein Elternteil ist, begleitet werden)
  • GA Kind
  • GA Familia Kind
  • STS-Familien-Karte

Für Kinder unter 6 Jahren gilt ihr Fahrrad als Handgepäck. Eine Fahrkarte ist daher nicht erforderlich, und der Transport des Fahrrads ist daher automatisch kostenlos. 

Was andere öffentliche Verkehrsbetriebe betrifft, beachten Sie bitte deren eigene Regeln. 

Debons Guérin

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