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PRO VELO Valais Wallis

PRO VELO Valais Wallis

L'association de promotion du cyclisme valaisan

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Philippe Jansen

PRO VELO Wallis lanciert «Avocavelo»

8 Dezember 2025

Ein Netzwerk zur Stärkung der Rechte von Velofahrenden

PRO VELO Wallis freut sich, die Lancierung von Avocavelo bekanntzugeben – einem neuen Netzwerk, das Juristinnen, technische Fachpersonen und engagierte Velonutzerinnen zusammenbringt. Ziel ist es, die Rechte der Velofahrenden zu stärken, Betroffene bei Schwierigkeiten zu unterstützen und die Rolle des Velos in der öffentlichen Planung zu festigen.

Ob im Strassenverkehr, im öffentlichen Raum oder im Austausch mit Behörden – Velofahrende sind häufig mit komplexen Situationen konfrontiert: Unfälle, Versicherungsfragen, mangelhafte Infrastruktur oder Entscheidungen, die ihren Alltag beeinflussen. Avocavélo bietet juristische und strategische Unterstützung sowie fundierte Expertise im Dialog rund um Raumplanung und Mobilität.

Neben individueller Hilfe möchte das Netzwerk eine konstruktive Stimme für sichere Verkehrsbedingungen sein, gut geplante Velowege fördern und zu einem kulturellen Wandel beitragen, bei dem das Velo als nachhaltiges Verkehrsmittel selbstverständlich wird.

Mit Avocavélo setzt PRO VELO Wallis einen neuen Schritt, damit Velofahren im Kanton sicherer, einfacher und besser anerkannt wird.

➡ Möchten Sie mitwirken, Ihr Fachwissen einbringen oder das Projekt unterstützen?
Schliessen Sie sich dem Netzwerk Avocavélo an und gestalten wir gemeinsam die Mobilität von morgen

Dem Netzwerk beitreten

Politik: Es ist Zeit zu handeln für die Velomobilität

23 November 2025

Verspätete Planung: Die Frist rückt näher, die Mittel kommen kaum nach

Der Kanton Wallis muss bis Ende 2027 das gesamte kantonale Velonetz planen, entsprechend den bundesrechtlichen Vorgaben. Bislang wurden jedoch nur wenige Sachpläne erarbeitet, während der grösste Teil noch aussteht.

Diese Situation führt zu einer besorgniserregenden Diskrepanz zwischen den formulierten Ambitionen und der Realität vor Ort. Ohne vollständige Planung können die notwendigen Infrastrukturprojekte nicht voranschreiten, was den Aufbau eines kohärenten, durchgehenden und sicheren Velonetzes verzögert.

Die aktuell verfügbaren Ressourcen des Mobilitätsdienstes scheinen nicht auszureichen, um die umfangreiche Koordinationsarbeit, die Konsultationen sowie die technischen Abklärungen, die für eine vollständige Netzplanung erforderlich sind, fristgerecht zu bewältigen.

Daraus ergibt sich eine zentrale Frage:

Wie kann der Kanton die Planung fristgerecht nach den bundesrechtlichen Vorgaben abschliessen, wenn die Ressourcen unverändert bleiben?

Wenn der Kanton Wallis das Ziel 2027 erreichen will, erscheint eine Verstärkung der Mittel – personell oder extern – notwendig. Bislang wurde jedoch noch kein konkreter Entscheid bekanntgegeben.


Zwei parlamentarische Vorstösse, die den sehr konkreten Handlungsbedarf vor Ort aufzeigen

Die Schwierigkeiten in der Planung sind nicht theoretischer Natur: Sie führen zu Verzögerungen bei zentralen Veloprojekten. Zwei kürzlich im Grossrat eingereichte Vorstösse belegen dies.

🔹 Pont-de-la-Morge – Sitten: Eine angekündigte Aufwertung, aber weiterhin viele Unklarheiten

In einer schriftlichen Anfrage (2025.11.419) verlangt Grossrat Florian Chappot (SP) Auskunft über den Stand der Aufwertung der T9 zwischen Pont-de-la-Morge und Sitten-West – ein Anfang 2024 präsentiertes Projekt, das der Sicherung einer 2,7 km langen Achse dienen soll, unter anderem durch:

  • durchgehende Veloverbindungen,
  • normgerechte Fusswegführungen,
  • modernisierte Bushaltestellen.

Die Bauarbeiten waren für 2027 angekündigt, doch bestehen weiterhin zahlreiche Ungewissheiten. Der Grossrat fragt daher:

  • Wie weit ist das Verfahren fortgeschritten (Studien, Bewilligungen, öffentliche Auflage)?
  • Kann der Zeitplan eingehalten werden?
  • Bleibt das Projekt eine kantonale Priorität?
  • Müssen die Bundes- oder Gemeindebeiträge angepasst werden?

Dieser Vorstoss unterstreicht die Bedeutung einer sorgfältigen Überwachung strategischer Projekte, die Veloinfrastrukturen enthalten.

Video des Projekts
Zum parlamentarischen Vorstoss

🔹 Brig – Visp – Baltschieder: Eine Veloschnellverbindung integrieren, bevor es zu spät ist

In einem breit abgestützten Postulat (2025.11.503) verlangen mehrere Grossrätinnen und Grossräte, dass auf der linken Rhône-Seite im Oberwallis im Rahmen der 3. Rhonekorrektion eine Veloschnellverbindung vorgesehen wird.

Sie sind der Ansicht, dass der aktuelle Bauzeitplan das letzte realistische Zeitfenster bietet, um diese Infrastruktur zu integrieren – eine Verbindung, die für Pendlerinnen und Pendler, für die Unternehmen der Region (u. a. Lonza) sowie für die betroffenen Gemeinden von zentraler Bedeutung ist.

Der Staatsrat wird aufgefordert:

  • diese Verbindung offiziell in der laufenden Planung zu priorisieren,
  • die nötigen Anschlüsse und Brücken zu Quartieren und Arbeitszonen sicherzustellen,
  • und eine Verlängerung bis nach Visp und Baltschieder zu prüfen.

Dieses Postulat macht einen klaren und seit Langem bestehenden Bedarf im Oberwallis deutlich: eine durchgehende, effiziente und sichere Veloinfrastruktur.

Zum parlamentarischen Vorstoss

Jetzt handeln – und zwar schnell!

Diese Vorstösse zeigen deutlich, dass die Dringlichkeit nicht mehr bestritten werden kann: Die Planung liegt im Rückstand, die verfügbaren Mittel scheinen unzureichend und mehrere strategische Projekte kommen nur schleppend voran. Um bis 2027 ein sicheres und kohärentes Velonetz zu gewährleisten, muss der Kanton handeln – und zwar rasch.

PRO VELO Valais/Wallis wird seine politische Lobbyarbeit fortsetzen und diese Dossiers aufmerksam verfolgen, um zu informieren, sobald konkrete Entscheide vorliegen.

Ein neues Velo? Keine kommunale Unterstützung im Oberwallis!

28 Juli 2025

PRO VELO Wallis/Valais hat kürzlich eine Umfrage bei allen Walliser Gemeinden durchgeführt, um ihre Förderpolitik zur Velonutzung besser zu verstehen. Diese Arbeit ermöglichte eine präzise Bestandsaufnahme der verfügbaren Subventionen sowie der Art und Weise, wie (oder ob) sie über Mobilität kommunizieren.

Weniger als 20 % der Gemeinden gewähren Subventionen für den Kauf von Velos

Von den 84 % der Gemeinden, die an der Umfrage teilgenommen haben, fördern nur 16 % den Kauf neuer Fahrräder durch finanzielle Unterstützung. Bemerkenswert: Keine einzige Oberwalliser Gemeinde gewährt eine Subvention.

Wenig überraschend beziehen sich diese Unterstützungen in der überwiegenden Mehrheit auf E-Bikes, deren Beliebtheit seit mehreren Jahren stark ansteigt. Super – doch man sollte nicht vergessen, dass auch andere Velotypen, wie muskelbetriebene Velos oder Cargovelos, berücksichtigt werden sollten – ein Drittel der subventionierenden Gemeinden hat das bereits erkannt.

Man muss es zugeben: Die gewährten Beträge können sich sehen lassen! Zwischen 200 und 500 Franken – eine Unterstützung, die den Ausschlag zugunsten des Velos geben kann … und das Auto in der Garage stehen lässt.

Eine Velopolitik ist keine Last, sondern eine Chance!

Über das ökologische Engagement hinaus bringt die Unterstützung des Velokaufs zahlreiche Vorteile für die Gemeinden selbst: eine bessere Gesundheit der Bevölkerung, weniger lokalen Verkehr, geringere Strassenerhaltungskosten, mehr Sicherheit und eine erhöhte Attraktivität der Gemeinde. Kurz gesagt: In das Velo zu investieren bedeutet, in die lokale Lebensqualität zu investieren.

Dafür gilt es natürlich, das Velo zu fördern – aber auch darüber zu sprechen! Noch immer verfügen viel zu wenige Gemeinden über eine eigene Seite zum Thema Langsamverkehr oder Mobilität. Dabei würde die Hervorhebung der Massnahmen die Bewohner ganz konkret dazu ermutigen, ihre Mobilitätsgewohnheiten zu überdenken.

Unser Aufruf für mehr Cargovelos

Das Cargobike im Wallis ist wie ein Schweizer Taschenmesser auf Pedalen: Es transportiert Kinder, Einkäufe oder sogar den Hund – ganz ohne einen Tropfen Benzin. Dank ihrer hohen Transportkapazität ermöglichen sie Familien, Handwerkern und Gewerbetreibenden, sich effizient fortzubewegen und gleichzeitig ihren CO₂-Fussabdruck zu reduzieren.

In den Städten, vor allem in Visp oder Brig, erleichtern Cargovelos die Lieferungen auf dem letzten Kilometer, ohne den Verkehr zu blockieren oder die Luft zu belasten. Im Rhonetal sind sie ideal, um das Auto auf kurzen Strecken zu ersetzen – sei es für den Einkauf, das Bringen der Kinder zur Schule oder den Materialtransport. Zudem tragen sie zu einer höheren Lebensqualität bei: weniger Lärm, mehr Bewegung und tiefere Transportkosten. Wenn das Wallis den Einsatz von Cargovelos mit Subventionen und passender Infrastruktur fördert, macht es einen wichtigen Schritt in Richtung umweltfreundlichere und besser auf die lokalen Bedürfnisse abgestimmte Mobilität.

Eine Schlüsselrolle für die Gemeinden

Im jüngsten Zwischenbericht zum Veloweggesetz betonte PRO VELO Wallis/Valais die wichtige Rolle der Gemeinden bei der Entwicklung und Umsetzung einer Velostrategie. Diese Umfrage bestätigt das: Die Gemeinden haben ein konkretes Werkzeug in der Hand, um aktiv zu werden – sei es durch Subventionen, Infrastruktur, die Organisation von Velokursen oder eine klarere Kommunikation.

Wir danken allen Gemeinden herzlich, die sich die Zeit genommen haben, an unserer Umfrage teilzunehmen! Gemeinsam setzen wir uns für ein gesünderes, nachhaltigeres und sichereres Wallis ein!

Wie steht’s mit meiner Gemeinde?
Unsere Medienmitteilung (28.07.2025)

Die Medien berichten :

  • Canal 9 : „Pas assez de subventions en Valais selon PRO VELO“
  • Rhône FM: „Seulement 16% des communes valaisannes subventionnent les vélos“
  • Walliser Zeitung : „PRO VELO Wallis beklagt Velograben“

Vom Papierveloweg zur echten Spur: Das Wallis tritt (endlich) in die Pedale!

7 Juli 2025

PRO VELO Wallis/Valais freut sich: Das neue kantonale Zwischenfazit zur Umsetzung des Veloweggesetzes ist veröffentlicht. Kurz gesagt: Es läuft – aber gemütlich. Ein bisschen wie beim ersten Frühlingsaufstieg auf die Moosalp, wenn die Kette noch quietscht.

Der gesetzliche Rahmen steht… jetzt fehlen nur noch die Wege!

2018 sagten 74% der Schweizer StimmbürgerInnen Ja zu mehr Velowege. Seit zweieinhalb Jahren sind die Kantone verpflichtet, bis Ende 2027 sichere und attraktive Velowegnetze zu planen. Und tatsächlich: Der Kanton Wallis zählt heute zu den Vorreitern, wenn es um gesetzliche Grundlagen für den Alltagsveloverkehr geht. Mit einer eigenen kantonalen Gesetzgebung für den alltäglichen Veloverkehr hat das Wallis frühzeitig die Weichen gestellt. Dank der Lancierung einer kantonalen Initiative konnte das neue Gesetz über den öffentlichen Verkehr und den Alltagslangsamverkehr gezielt ausgestaltet werden – und damit gehört das Wallis zu den ersten Kantonen, die diesen Schritt gemacht haben.

Bevor jedoch die Sektkorken knallen: Bislang existieren die schönen Velowege vor allem auf dem Papier. Auf den Strassen dominiert weiterhin das Auto klar vor dem Velo. Dabei schreibt das Bundesgesetz vor, dass die Velonetze bis spätestens 2042 umgesetzt sein müssen. Klingt nach viel Zeit – doch das Wallis hat Erfahrung darin, Projekte in die Länge zu ziehen: Man denke nur an die Oberwalliser Autobahn, geplant seit 1960 und bis heute nicht vollendet. Manchmal wird aus Walliser Gelassenheit schnell Stillstand — und genau das gilt es jetzt zu vermeiden.

Politischer Wille und kommunaler Einsatz gefragt

PRO VELO Wallis/Valais heisst den neuen Chef der Dienststelle für Mobilität, Herrn Sylvain Dumoulin, herzlich willkommen und freut sich auf die Zusammenarbeit. Gleichzeitig ergeht ein klarer Aufruf an die Gemeinden: Bitte das Velo nicht länger als Freizeitspielzeug abtun! Es braucht lokale Velostrategien, ein feinmaschiges Netz, passende Veloabstellplätze und angepasste Gemeindereglemente.

Das Velo ist mehr als ein Hobby – es ist ein Verkehrsmittel. PRO VELO bleibt am Lenker und schaut weiterhin genau hin. Die Grundlagen sind gelegt, jetzt müssen konkrete Wege folgen.

Zum Bericht
Zu unserer Medienmitteilung


In den Medien:

  • Le Nouvelliste: „Développement du réseau de voies cyclables: Pro Vélo Valais salue des avancées“
  • Radio Chablais: „Bilan de l’application de la loi fédérale sur les voies cyclables en Valais“
  • Canal 9: „Les pistes cyclables sur la bonne voie“
  • Rhône FM: l’interview (min. 3:30) / „Le développement des voies cyclables suisses tient la cadence“
  • Walliser Bote: „Wallis nimmt bei der Umsetzung des Veloweggesetzes eine Pionierrole ein“.
  • Walliser Zeitung: „Wichtiger Meilenstein erreicht – doch der Weg ist noch lang“
  • Kanal9: Tagesjournal, Min. 5:56


Komm und mach mit!

UNSER ENGAGEMENT IST EHRENAMTLICH
–
UNSERE WIRKUNG IST KANTONAL

WERDE MITGLIED VON PRO VELO

und dü gsesch dä, wiär sii geil!

Victim Blaming geht nicht!

17 Juni 2025

Sehr geehrter Fonds für Verkehrssicherheit,

Auch wenn das Ziel eurer Kampagne „Das Spiel deines Lebens“ klar ist (Verringerung der Velounfälle) und ziemlich gut umgesetzt wurde (man merkt, dass erhebliche Mittel dafür aufgewendet wurden), ist es unglaublich, wie sehr sie ihr Ziel verfehlt!

Ob ihr es glaubt oder nicht: Jede Velofahrerin und jeder Velofahrer ist sich der eigenen Verletzlichkeit im Strassenverkehr äusserst bewusst.
Auch wenn wir uns – wie übrigens viele Autofahrende – nicht immer strikt an jede einzelne Verkehrsregel halten, geschieht dies niemals auf Kosten unserer eigenen Sicherheit. Diese bleibt für uns stets das oberste Gebot und das entscheidende Kriterium bei jeder Entscheidung im Sattel.

Gerade deshalb können sich Velofahrende – mit Ausnahme vielleicht einer winzigen Minderheit – in den vier dargestellten Personen Ihrer Kampagne kaum wiedererkennen.

Wenn es euer Ziel ist, das Risiko von Fahrradunfällen zu verringern, dann müsst ihr euch von gängigen Vorurteilen lösen und euch den tatsächlichen Ursachen widmen.
Diese liegen nicht im Verhalten einzelner Velofahrender, sondern in den strukturellen Problemen: der erzwungenen gemeinsamen Nutzung des Strassenraums mit motorisiertem Verkehr und einer oft unzureichenden, gefährlichen Infrastruktur.

Warum klärt ihr Autofahrer nicht über die Risiken bestimmter Verhaltensweisen auf – etwa das Überholen ohne ausreichenden Seitenabstand, das Abbiegen an unübersichtlichen Stellen oder die Ablenkung durch das Mobiltelefon?
Und warum richtet ihr euch nicht an die öffentlichen Behörden, um auf die dringende Notwendigkeit sicherer, durchgehender und gut gewarteter Velowege hinzuweisen – ohne Schlaglöcher, Kanten, Poller oder andere unnötige Hindernisse?

Euer Ansatz ist auch kontraproduktiv.

Wenn ihr ausgerechnet jene Velofahrerinnen und Velofahrer stigmatisiert, die ihr eigentlich sensibilisieren möchten, verfehlt ihr euer Ziel – und verärgert genau jene Menschen, die ihr erreichen wollt.
Mit dieser Form von Victim Blaming vermittelt ihr den Eindruck, Velofahrende hätten im Strassenverkehr keinen legitimen Platz – und müssten weder von Behörden noch von anderen Verkehrsteilnehmenden ernst genommen oder respektiert werden.

Statt zum Umstieg auf das Velo zu motivieren, erzeugt ihr Angst – und zeichnet ein Bild des Velofahrens als durchweg lebensgefährlich. Damit leistet ihr der Förderung nachhaltiger Mobilität einen Bärendienst.

Dabei zeigt die wissenschaftliche Evidenz ein ganz anderes Bild:
Eine gross angelegte Langzeitstudie mit über 80’000 Teilnehmenden über 18 Jahre kam zum Schluss, dass regelmässiges Velofahren das Sterberisiko um 46 % senkt – sogar unter Einbezug des Unfallrisikos (Link).

Wieso das Velo ?

15 Dezember 2024

Wenn du dich auf dein Velo schwingst, verwandelst du dich, ohne es zu merken, in eine Superheldin oder einen Superhelden, die oder der die Umweltverschmutzung, die Klimaerwärmung und Probleme der öffentlichen Gesundheit bekämpft, das Unfallrisiko senkt und die Qualität des öffentlichen Raums verbessert. Ehrlich gesagt: BRAVO und DANKE, mach wieter so !


Warum Velofahren fantastisch ist

Wusstest du, dass die energieeffizienteste Tierart, die sich auf diesem Planeten fortbewegt, ein Mensch auf einem Fahrrad ist? Keine andere Spezies und kein anderes Fahrzeug kann das übertreffen!

Auch wenn es einfach aussieht, ist das Velo also eine aussergewöhnliche Erfindung! Um sich davon zu überzeugen und zu sehen, wie viele Verbesserungen dieses Fahrzeug seit seiner Einführung vor über 200 Jahren erfahren hat, schaut man sich am besten dieses kurze Video an:


Aber warum fahren dann alle mit dem Auto?

Trotz dieser Vorteile muss man feststellen, dass das Velo in der Schweiz immer noch ein Minderheitsverkehrsmittel ist und das Auto weitgehend genutzt wird.

Das Auto wird im Vergleich zum Velo als effizienteres Verkehrsmittel angesehen, da es schneller ist und eine grössere Last transportieren kann. Dank einer Politik, die grosse Summen in den Ausbau eines imposanten Strassennetzes investierte, wurde das Auto schnell zu einem unumgänglichen Verkehrsmittel, und das schon kurz nach dem Zweiten Weltkrieg. Und dies zu Ungunsten der aktiven Mobilität (Velo + Fussgänger).

Entwicklung der Verteilung des Modalanteils verschiedener Verkehrsmittel in Grossbritannien. Die Nutzung des Velos (grün) ging nach dem Zweiten Weltkrieg zugunsten des Autos (rot) stark zurück.

Das Auto ist so beliebt, dass es heute zu einem Reflex geworden ist, mit der Folge, dass es für sehr kurze Strecken benutzt wird. Statistiken aus der Schweiz zeigen, dass das Auto bei Strecken von mehr als 3 km das meistgewählte Verkehrsmittel ist!


Der Grund für diesen geringen Anteil an Radfahrenden ist die ungeeignete Infrastruktur für RadfahrerInnen, die sich die Strasse mit Fahrzeugen teilen müssen, die viel breiter, schwerer und schneller sind als sie. Dieser Mangel an Sicherheit führt unweigerlich dazu, dass die Menschen ihr Velo in der Garage lassen und stattdessen ihr Auto benutzen, selbst für kurze Strecken.

Laut dem Guide Velo wäre die grosse Mehrheit der SchweizerInnen am Velofahren interessiert, trauen sich aber aus Sicherheitsgründen nicht, den Schritt zu wagen.

Das Potenzial für das Fahrradfahren ist in der Schweiz also enorm!


Die Beschränkungen des Alles-fürs-Auto

Dennoch zeigt unser Verkehrssystem, das weitgehend auf das Auto setzt, seine Grenzen auf. Diese werden im Kontext von Klimawandel, Bewegungsmangel, Budgetkürzungen und Platzmangel immer offensichtlicher.

Aber die gute Nachricht ist, dass die vielen Vorteile, die das Fahrrad bietet, eine effektive Antwort auf all diese Probleme darstellen!

Das Klima

In der Schweiz sind die CO2-Emissionen in den letzten 30 Jahren um 20% zurückgegangen. Das ist gut, aber immer noch viel zu wenig. Von allen Sektoren, die Treibhausgase ausstossen, hat der Verkehrssektor die geringsten Anstrengungen unternommen, sein Anteil ist in diesem Zeitraum von 27 auf 32% gestiegen.

Der ADEME-Rechner zeigt, dass dasVelo, auch wenn es elektrisch betrieben wird, eine Fortbewegungsmöglichkeit bietet, die fast keine Treibhausgase ausstösst.


Die Gesundheit

Die WHO schlägt Alarm, da die körperliche Inaktivität – der sogenannte sitzende Lebensstil – bei 1/3 der Erwachsenen zunimmt, eine Zahl, die im Vergleich zu 2010 um 5% gestiegen ist.

Laut der Organisation ist körperliche Inaktivität einer der Hauptrisikofaktoren für die Sterblichkeit aufgrund nicht übertragbarer Krankheiten. Menschen mit unzureichender körperlicher Aktivität haben ein um 20 % bis 30 % höheres Sterberisiko als Menschen, die ausreichend aktiv sind.

Körperliche Inaktivität ist eine stille Bedrohung für die globale Gesundheit.
WHO

Säkulare Entwicklung der täglichen körperlichen Aktivität in Frankreich.
Quelle: IRMES (Institut de Recherche bio-Médicale et d’Epidémiologie du Sport)

Die WHO empfiehlt daher 300 Minuten körperliche Aktivität pro Woche. Diese körperliche Aktivität senkt das Sterblichkeitsrisiko für alle Todesursachen sowie das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, inzidenter Hypertonie, inzidenter lokalisierter Krebserkrankungen, inzidenter Typ-2-Diabetes und von Stürzen. Darüber hinaus verbessert sie die psychische Gesundheit, die kognitive Gesundheit, den Schlaf und die gemessene Fettmasse.

Bezogen auf das Velo sind das grob gerechnet 15 km pro Tag, was eine durchaus erreichbare Distanz ist.

Und zu diesen Vorteilen können noch weitere hinzukommen, die mit der Verringerung des Unfallrisikos zusammenhängen. Da Velos langsamer und weniger schwer sind als Autos, sind sie per Definition weniger gefährlich als diese. Ein Zusammenstoss mit einem Radfahrer, der mit 20 km/h fährt, ist 100x weniger gefährlich als mit einem Auto, das mit 55 km/h fährt.

Die Energie, die in einem fahrenden Fahrzeug enthalten ist und somit die Gefährlichkeit bei einem Zusammenstoss darstellt, ist proportional zur Masse des Fahrzeugs, aber auch zum Quadrat der Geschwindigkeit. Wenn sich die Geschwindigkeit verdoppelt, vervierfacht sich die Energie.

Das Geld

Aufgrund der sehr teuren Infrastruktur, die gebaut und aufrechterhalten werden muss, der negativen Auswirkungen auf die Gesundheit, der Staus und der vielen Unfälle kostet der motorisierte Individualverkehr die Allgemeinheit sehr viel Geld. An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass ein Grossteil dieser durch diese Mobilität verursachten Kosten, seien sie direkt oder indirekt, von der gesamten Gemeinschaft getragen werden. Tatsächlich decken die Steuern auf Autos und Benzin nur einen kleinen Teil dieser Kosten. Und nicht zu vergessen, dass der Besitz eines Autos für die Haushalte mit hohen Ausgaben verbunden ist, laut TCS im Durchschnitt 1000 CHF pro Monat und Fahrzeug.

Im Gegenteil, das Fahrrad bringt der Allgemeinheit Geld ein, vor allem durch die Reduzierung von Staus, Gesundheits- und Unfallkosten sowie Kosten für die Instandhaltung des Strassennetzes. Dies zeigt eine Studie in den Beneluxländern. Jeder mit dem Fahrrad zurückgelegte Kilometer würde der Allgemeinheit mehr als einen Euro einbringen, während jeder mit dem Auto zurückgelegte Kilometer einen Euro kosten würde.

Ein anderes Beispiel ist ebenso anschaulich. Laut Stein van Oosteren, Autor des Buches „Warum nicht das Fahrrad?“ investieren die Niederlande 500 Millionen Euro pro Jahr in ihre Fahrradinfrastruktur und schätzen, dass sie dadurch jährlich 19 Milliarden Euro an Gesundheitskosten einsparen (3% des BIP). Eine schöne Rendite!

Öffentlicher Raum

Wir vergessen es gerne (Schuld ist die Motonormativität!), aber der öffentliche Raum wird zu 60% für den motorisierten Verkehr beansprucht. Das bedeutet, dass der weitaus grösste Teil dieses Gemeinguts gefährlich, laut, umweltschädlich und für viele Menschen, insbesondere für Kinder, unzugänglich gemacht wird – und das alles zugunsten des Autos!

Illustration des schwedischen Künstlers Karl Jilg

Das liegt daran, dass das Auto das am wenigsten effiziente Verkehrsmittel ist, was die Flächennutzung angeht. Es mag paradox klingen, aber in der Stadt benötigt das Auto etwa 10x mehr Fläche als das Velo oder das Gehen, bei einem ähnlichen Verkehrsfluss (Anzahl der Passanten pro Stunde). Das Auto erscheint daher als ein fast abwegiges Verkehrsmittel in der Stadt, wenn man bedenkt, dass seine Durchschnittsgeschwindigkeit dort ähnlich hoch ist wie die des Fahrrads (oder sogar etwas niedriger).

Quelle: National Association of City Transportation Officials


Es ist möglich, den Trend umzukehren, und politische Massnahmen, die mehr Raum für aktive Mobilität schaffen, haben sich als wirksam erwiesen, um wieder einen qualitativ hochwertigen öffentlichen Raum mit weniger Umweltverschmutzung, Lärm, Stress und mehr Platz für das soziale Leben zu schaffen.

Beispiel für die Umgestaltung des öffentlichen Raums in Wien. In welcher Strasse würdest du gerne wohnen?


Freude!

Wenn du Alltagsradler fragst, warum sie sich für dieses Verkehrsmittel entschieden haben, wird sich die Antwort vermutlich nicht auf einen der oben genannten Punkte beziehen. Die Antwort wird wahrscheinlich lauten: „Velofahren macht einfach glücklich!“ Das ist absolut richtig, wir bestätigen das!


Unsere Vision der Mobilität

Aus diesen Gründen sind wir davon überzeugt, dass wir mit der Verteidigung und Förderung des Velos als vollwertiges Verkehrsmittel nicht nur den Velofahrenden einen Dienst erweisen, sondern auch der Allgemeinheit, die dadurch einen umwelt- und gesundheitsfreundlicheren, billigeren und sparsameren Lebensstil mit einer deutlich verbesserten Qualität des öffentlichen Raums erlangt.

Wir setzen uns daher für eine fahrradfreundliche Politik ein, die die Entwicklung einer effizienten, durchgängigen und sicheren Fahrradinfrastruktur umfasst und den intermodalen Verkehr (Fahrrad und öffentlicher Nahverkehr) fördert. Und um dies zu erreichen, gibt es kein Wunder: Platz muss dort zurückgewonnen werden, wo er verfügbar ist, nämlich vom Auto.

Ohne natürlich das Auto verbieten zu wollen, da es in manchen Fällen das geeignetere Verkehrsmittel bleibt, aber es darf nicht mehr ein Reflex für jede beliebige Fortbewegung sein.

Wenn auch du diese Vision teilst, wenn das Velofahren dich glücklich macht und du möchtest, dass möglichst viele Menschen davon profitieren, dann unterstützen doch unseren Verein, indem du auf den untenstehenden Button klickst!

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